Ob Punschstand am Christkindlmarkt, Schanigarten im Sommer oder Erntehelfer im Herbst – viele Betriebe brauchen Personal nur zu bestimmten Zeiten im Jahr. Genau dafür gibt es saisonale Mitarbeiter. Dieser Guide zeigt dir, wie du rechtzeitig die richtigen Leute findest, was bei befristeten Verträgen zu beachten ist und wie du gute Saisonkräfte für die nächste Saison hältst.
Wann braucht man saisonale Mitarbeiter?
Saisonale Beschäftigung ist in vielen Branchen unverzichtbar. Die Auslastung schwankt so stark, dass ganzjährige Arbeitsverhältnisse wirtschaftlich nicht möglich oder sinnvoll sind. Typische Situationen:
Wintersaison (November bis März)
- Weihnachtsmärkte und Punschstände
- Skigebiete und Berghotels
- Weihnachtsverkauf im Handel
Sommersaison (Mai bis September)
- Gastgärten und Seengebiete
- Freibäder und Freizeitparks
- Festivals und Open-Air-Events
Erntezeit (je nach Kultur)
- Obst- und Weinlese
- Spargel und Gemüse
- Landwirtschaftliche Betriebe
Events und Messen
- Volksfeste und Märkte
- Sportveranstaltungen
- Konzerte und Festivals
Viele Betriebe suchen saisonale Mitarbeiter Jahr für Jahr – und kämpfen jedes Mal mit denselben Herausforderungen: Wo finde ich zuverlässige Leute? Wie binde ich gute Kräfte? Was muss ich rechtlich beachten?
Befristete Beschäftigung: Die rechtlichen Grundlagen
Saisonarbeit bedeutet fast immer: befristete Arbeitsverträge. Diese haben in Österreich besondere Regeln.
Wie befristete Verträge funktionieren
Ein befristetes Arbeitsverhältnis endet automatisch mit Ablauf der vereinbarten Zeit – ohne Kündigung. Es gibt zwei Möglichkeiten, das Ende festzulegen:
Kalendermäßige Befristung: „Das Arbeitsverhältnis dauert vom 1. Dezember 2026 bis 23. Dezember 2026.“
Zweckbefristung: „Das Arbeitsverhältnis endet mit Ende des Weihnachtsmarkts.“ (Achtung: Das genaue Datum muss bestimmbar sein!)
Wichtig: Arbeitet jemand nach dem vereinbarten Ende einfach weiter und der Arbeitgeber duldet das, geht der Vertrag automatisch in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis über.
Kündigung während der Befristung
Während einer Befristung können weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer kündigen – außer es wurde ausdrücklich im Vertrag vereinbart. Eine einvernehmliche Auflösung ist aber jederzeit möglich.
Kündigt der Arbeitgeber trotzdem vorzeitig, muss er das Entgelt bis zum ursprünglichen Enddatum weiterzahlen.
Arbeitsrechtliche Ansprüche
Saisonkräfte haben dieselben Rechte wie andere Beschäftigte:
- Urlaubsanspruch: Aliquot (anteilig) berechnet
- Sonderzahlungen: Urlaubs- und Weihnachtsgeld aliquot
- Entgeltfortzahlung: Bei Krankheit
- Abfertigung neu: BV-Beiträge werden gezahlt
Bei Wiedereinstellung innerhalb von 12 Monaten beim selben Arbeitgeber entfällt die beitragsfreie Phase im ersten Monat – der Arbeitgeber muss sofort BV-Beiträge zahlen.
So findest du saisonale Mitarbeiter
Die Suche nach guten Saisonkräften beginnt idealerweise Wochen oder sogar Monate vor Saisonbeginn. Wer erst kurz vorher sucht, hat die Auswahl schon verloren.
1. Früh starten
| Saison | Suche starten |
|---|---|
| Weihnachtsmarkt (Nov–Dez) | Ab September |
| Wintersaison (Dez–März) | Ab September/Oktober |
| Sommersaison (Mai–Sept) | Ab Februar/März |
| Erntehelfer | 2–3 Monate vorher |
2. Die richtigen Kanäle nutzen
Lokale Plattformen: Auf Lokali findest du Menschen aus deiner Nachbarschaft, die flexibel arbeiten möchten – ideal für kurzfristige Einsätze bei Events, Märkten oder saisonalen Stoßzeiten.
Jobportale: AMS, Gastrojobs.at, Hotelcareer.at – die klassischen Portale für Gastronomie und Hotellerie.
Schulen und Unis: Aushänge und Kooperationen mit Schulen, FHs und Unis. Studierende suchen oft flexible Saisonjobs.
Soziale Medien: Lokale Facebook-Gruppen, Instagram. Besonders für junge Zielgruppen effektiv.
Ehemalige Mitarbeiter: Die besten Saisonkräfte sind oft jene, die schon einmal für dich gearbeitet haben. Halte den Kontakt!
3. Eine gute Stellenanzeige schreiben
Saisonkräfte haben oft mehrere Optionen. Deine Anzeige muss überzeugen:
Was reingehört:
- Zeitraum (von wann bis wann)
- Konkrete Aufgaben
- Stundenlohn oder Monatslohn
- Arbeitszeiten
- Was du bietest (Unterkunft, Verpflegung, Team, etc.)
Beispiel für einen Weihnachtsmarkt-Job:
Verkäufer:in für Punschstand gesucht (Nov–Dez)
Unser gemütlicher Punschstand am Christkindlmarkt sucht Verstärkung!
Zeitraum: 15. November – 23. Dezember Aufgaben: Punsch ausschenken, Kassieren, Kundenkontakt Arbeitszeiten: Nachmittag/Abend, flexible Einteilung möglich Stundenlohn: 13 €/Stunde + Trinkgeld Was wir bieten: Warme Kleidung, gratis Punsch, nettes Team
Interesse? Melde dich bei uns!
Tipps für verschiedene Saisons
Weihnachtsmarkt und Advent
Zeitraum: Meist Mitte November bis 23./26. Dezember Typische Aufgaben: Punsch und Glühwein ausschenken, Verkauf, Kassieren Besonderheiten:
- Arbeit im Freien, bei Kälte
- Abend- und Wochenendschichten
- Oft nur 4–6 Wochen Beschäftigung
- Hoher Kundenandrang an Wochenenden
Tipp: Biete warme Kleidung oder Zuschüsse dafür an. Wer stundenlang in der Kälte steht, braucht gute Ausrüstung.
Sommersaison Gastronomie
Zeitraum: Meist Mai bis September Typische Aufgaben: Service, Küche, Bar, Reinigung Besonderheiten:
- Längere Befristung (4–6 Monate)
- Oft Unterkunft inklusive
- Intensive Arbeitszeiten in der Hochsaison
Tipp: Stelle klar, ob Unterkunft und Verpflegung gestellt werden. Das ist oft entscheidend für Bewerber:innen.
Wintersaison Skigebiete
Zeitraum: Dezember bis März/April Typische Aufgaben: Skilehrer, Hüttenpersonal, Liftbetrieb Besonderheiten:
- Oft abgelegene Standorte
- Unterkunft meist inklusive
- Körperlich anspruchsvoll
Tipp: Die Wintersaison ist besonders umkämpft. Gute Arbeitgeber punkten mit fairer Bezahlung, freien Skipässen und gutem Team.
Events und Festivals
Zeitraum: Je nach Event (Tage bis Wochen) Typische Aufgaben: Aufbau, Verkauf, Security, Service Besonderheiten:
- Sehr kurze Einsätze
- Oft intensive, lange Arbeitstage
- Hoher Koordinationsaufwand
Tipp: Für sehr kurze Einsätze ist fallweise Beschäftigung oft praktischer als ein befristeter Vertrag.
Saisonkräfte halten: Der Schlüssel zum Erfolg
Die größte Herausforderung bei Saisonarbeit: Gute Leute für die nächste Saison zurückgewinnen. Wer jedes Jahr bei Null anfängt, verliert Zeit, Geld und Nerven.
Während der Saison
- Faire Behandlung: Saisonkräfte sind vollwertige Teammitglieder
- Klare Kommunikation: Dienstpläne früh, Änderungen rechtzeitig
- Feedback geben: Was läuft gut, was kann besser werden
- Wertschätzung zeigen: Auch kleine Gesten zählen
Nach der Saison
- Saubere Abrechnung: Alles korrekt und pünktlich abschließen
- Kontakt halten: Bedanken, Geburtstag merken, in Kontakt bleiben
- Wiedereinstellungszusage: Guten Kräften früh signalisieren, dass du sie wieder willst
- Empfehlungen bitten: Wer zufrieden war, kennt oft andere gute Leute
Stammsaisonniers aufbauen
Betriebe, die seit Jahren mit denselben Saisonkräften arbeiten, haben einen enormen Vorteil: Die Leute kennen den Betrieb, brauchen weniger Einarbeitung und sind sofort einsatzbereit. Investiere in diese Beziehungen!
Was kostet saisonale Beschäftigung?
Die Kosten für saisonale Mitarbeiter setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen:
Lohnkosten
Die Stundenlöhne variieren je nach Branche und Qualifikation:
| Bereich | Stundenlohn (Richtwerte) |
|---|---|
| Punschstand/Verkauf | 11–14 € |
| Service Gastronomie | 11–15 € + Trinkgeld |
| Küche | 12–16 € |
| Event-Aufbau | 12–15 € |
| Skigebiet (ungelernt) | 12–14 € |
Beachte die Kollektivverträge – sie schreiben Mindestlöhne vor.
Lohnnebenkosten
Zu den Bruttolöhnen kommen:
- Sozialversicherung (Arbeitgeberanteil): ca. 21 %
- Kommunalsteuer: ca. 3 %
- Betriebliche Vorsorge: 1,53 %
- Sonderzahlungen: aliquot (ca. 1/6 der Bruttolöhne zusätzlich)
Faustregel: Rechne mit etwa 35–40 % über dem Bruttolohn für die tatsächlichen Kosten.
Zusätzliche Kosten
- Unterkunft (falls gestellt)
- Verpflegung
- Arbeitskleidung
- Einarbeitung und Schulung
Häufige Fragen zu saisonalen Mitarbeitern
Muss ich Saisonkräfte bei der ÖGK anmelden?
Ja, unbedingt. Jede Beschäftigung muss vor Arbeitsbeginn angemeldet werden – auch wenn sie nur wenige Wochen dauert.
Können Saisonkräfte während der Befristung kündigen?
Nur wenn das im Vertrag ausdrücklich vereinbart wurde. Ansonsten endet das Arbeitsverhältnis erst zum vereinbarten Zeitpunkt.
Was passiert, wenn die Saison früher endet als geplant?
Bei kalendermäßiger Befristung läuft der Vertrag bis zum vereinbarten Datum – auch wenn weniger zu tun ist. Du musst das Entgelt weiterzahlen.
Haben Saisonkräfte Anspruch auf Arbeitslosengeld?
Ja, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen (ausreichende Beschäftigungszeiten in den letzten 12 oder 24 Monaten).
Kann ich dieselbe Person jedes Jahr wieder einstellen?
Ja, das ist sogar erwünscht! Bei wiederholter Einstellung beim selben Arbeitgeber innerhalb von 12 Monaten entfällt aber die beitragsfreie Phase für die Betriebliche Vorsorge.
Fazit: Saisonale Mitarbeiter rechtzeitig finden und gut behandeln
Saisonale Mitarbeiter zu finden ist eine Herausforderung – aber eine lösbare. Der Schlüssel liegt in guter Vorbereitung: Früh genug suchen, die richtigen Kanäle nutzen und ein attraktives Angebot machen.
Mindestens genauso wichtig: Gute Saisonkräfte halten. Wer seine Leute fair behandelt, den Kontakt pflegt und früh für die nächste Saison plant, spart sich jedes Jahr aufs Neue die mühsame Suche. Stammsaisonniers sind Gold wert – investiere in diese Beziehungen.
Saisonale Unterstützung gesucht? Auf Lokali findest du flexible Menschen aus deiner Nachbarschaft – für Weihnachtsmärkte, Events, Gastgärten und alles, wo kurzfristig Unterstützung gebraucht wird.
Du suchst generell nach Aushilfen? Dann lies auch unseren Artikel über Aushilfen für kleine Unternehmen.
Zuletzt aktualisiert: Jänner 2026